Diabetes: Eine Volkskrankheit mit Folgen

- Mit Diabetes im Krankenhaus gut versorgt -

In Deutschland leben ca. 8 Millionen Menschen mit Diabetes. Neben dem Frechener St.-Katharinen-Hospital haben ca. 100 Kliniken deutschlandweit die Zertifizierung „Klinik für Diabetespatienten geeignet DDG“. Die DDG ist die Deutsche Diabetes Gesellschaft. Diese Zertifizierung bedeutet, dass in der Klinik Qualitätskriterien der DDG erfüllt werden, damit alle Patienten – auch die, die nicht primär zur Diabeteseinstellung stationär sind – diabetologisch mit behandelt werden können – in allen Fachdisziplinen des Hauses. Dadurch können Blutzuckerentgleisungen im Rahmen von Operationen und Untersuchungen minimiert werden und so auch das Risiko für Komplikationen eines schlecht eingestellten Diabetes wie Wundheilungsstörungen gesenkt werden. So wurden vom Diabetesteam im St.-Katharinen- Hospital 2021 im Rahmen dieser Zertifizierung ca. 1800 Diabetespatienten versorgt.

diabetologieDer Hintergrund: Viele Diabetes-Erkrankungen bleiben lange Zeit unentdeckt und haben so die Gelegenheit, unbemerkt Schäden im Körper anzurichten. Bei jeder Neuaufnahme werden in Frechen deshalb routinemäßig die Blutzuckerwerte kontrolliert. So werden auch Diabetesfälle als Nebendiagnose erfasst, die den Betroffenen ggf. noch gar nicht bekannt sind. „Das kann unmittelbar den Behandlungserfolg bessern und zusätzlich lassen sich durch die frühe Diagnose und rechtzeitige Therapie Folgeschäden minimieren“, weiß die Oberärztin und Fachärztin
für Innere Medizin sowie Diabetologin Birgit Meyer-Noack. Zu dem Team unter der Leitung von Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Zeeh gehören Ute Ihde, Nedime Kasapoglu, Evelin Langguth, und Nicole Wille die für die Schulung und Begleitung der Patienten verantwortlich sind. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit allen Fachabteilungen des Hauses hat im Zusammenhang mit Diabetes einen besonders hohen Stellenwert. Alle drei Jahre durchläuft die Fachabteilung das standardisierte Prüfverfahren der DDG. Ziel ist jeweils, das Zertifikat mit dem Titel „Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)“ zu erlangen.

„Standards der Deutschen Diabetes Gesellschaft sind hilfreich“
Im vergangenen Jahr nahm die Frechener Diabetologie das Zertifikat erneut und zum dritten Mal in Empfang, mit positivem Resümee: „Bei einer Behandlung im Krankenhaus ist es wichtig, bei jedem Patienten die genaue Vorgeschichte, Grunderkrankungen oder Allergien zu erfassen. Bei Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, ist dies besonders bedeutend. Wir haben in der Vergangenheit mithilfe unseres bewährten Aufnahmeverfahrens einige unerkannte Diabeteserkrankte ausfindig gemacht und die betroffenen PatientInnen aufgrund der Befunde zielgerichteter behandeln können“, so Meyer-Noack. Andernfalls: Wird eine Diabeteserkrankung nicht entdeckt, können Komplikationen wie Organschäden, Infektionen oder Wundheilungsstörungen die Folge sein. „Das ist oft vermeidbar“, weiß auch das Team um Dr. Zeeh und Frau Meyer-Noack. „Mit der richtigen medikamentösen Einstellung, individuell abgestimmter Ernährung und einem passenden Lebensstil haben Menschen mit Diabetes gute Chancen auf unverminderte Lebensqualität.“ Für einweisende Ärzte soll das Siegel eine wichtige Entscheidungshilfe dabei liefern, eine Diabetes-adäquate stationäre Behandlung für ihre Patienten zu finden.

Schwerpunkt Diabetisches Fußsyndrom
Die Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms soll am St.-Katharinen-Hospital künftig ebenfalls nach „Kriterien für eine ambulante oder stationäre Fußbehandlungseinrichtung“ der DDG-Prüfungsstandards erfolgen. Diese Zertifizierung ist interdisziplinär (Gefäßchirurgie, Diabetologie, Radiologie,Kardiologie, Geriatrie, Neurologie, etc.) in Planung. „Wir unterziehen uns diesen Prüfungen freiwillig, weil sie uns dabei helfen, die Qualität unserer Abteilung kontinuierlich aufrecht zu erhalten oder nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu verbessern“, sagt Meyer-Noack. Das diabetische Fußsyndrom tritt vor allem bei einem langjährigen, schlecht eingestellten Diabetes auf. Nerven und Blutgefäße in den Füßen werden geschädigt, was Durchblutungs- und Empfindungsstörungen nach sich ziehen kann. „Durch das fehlende Schmerzempfinden entstehen oft Wunden und Infektionen, was erhebliche Komplikationen bis hin zur Amputation als Folge haben kann“, erklärt die Diabetologin. „Durch Früherkennung und Prävention sowie eine gute Wundversorgung muss es gar nicht so weit kommen.“

Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG):
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit mehr als 9.000 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Die „Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß“ entwickelt ebenfalls spezielle Maßnahmen zur Qualitätssicherung, erstellt regelmäßig Praxisempfehlungen und beteiligt sich an der Entwicklung von Leitlinien zum diabetischen Fußsyndrom (DFS) für Behandelnde sowie Patientinnen und Patienten.

Kontakt und Info: 02234 / 502-29110, Diabetologie: 02234/5028110
Bild: L.h. Ute Ihde, r.h. Birgit Meyer-Noack, v.l. Nicole Wille, v.r. Nedime Kasapoglu.
Evelin Langguth (nicht im Bild) gehört ebenfalls zum Team.
Kontakt Presseservice: 02235 - 47 77 19 8, mobil: 01766 1557531

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