Hubschrauberlandeplatz feierlich eingesegnet

Noch ist der Rettungshubschrauber nicht gelandet auf dem neu angelegten Landeplatz am Frechener St.-Katharinen-Hospital. Für den Fall aber, dass Schwerstverletzte über den schnellsten Weg ins zertifizierte Traumazentrum am Frechener Hospital gebracht werden müssen, ist alles vorbereitet. Nach jahrelangen Bauarbeiten, Prüfungen, technischen Unterweisungen des Bedienpersonals und Übungen haben die Behörden das nahezu futuristisch anmutende Konstrukt über der Notaufnahme jetzt frei gegeben. Somit ist die Erlaubnis der Betriebsgestattung erteilt. Pfarrer Christof Dürig und Dr. Johannes Wolter (Pfarrer und Krankenhausseelsorger Bedburg) segneten das neue Bauwerk am katholischen Krankenhaus in Anwesenheit von Geschäftsführer Jakob Josef Schall (Klinikverbund Erft GmbH) und Mitgliedern des Aufsichtsrates sowie Pflegedirektorin Touria Ratbi kürzlich ein.

hubschrauberlandeplatz1Von der Idee zur Planung bis zur Ausführung
Die Geschäftsführung der St.-Katharinen-Hospital GmbH hatte zum Erhalt des regionalen Traumazentrums bereits im Jahr 2014 Sondierungsgespräche geführt, um den Bau eines Hubschrauberlandeplatzes realisieren zu können. Hierbei wurde deutlich, dass dieser sich, wie von der Landesregierung gefordert, nicht auf der gegenüberliegenden Ackerfläche realisieren ließ. Es blieb nur die Bauantragsstellung bei der Stadt Frechen. Das Krankenhaus avisierte daraufhin das Architekturbüro Mohr in Köln und beauftragte den Inhaber Dipl. Ing. & Architekt Faruk Bizpinar mit der Ausarbeitung von Lösungsvorschlägen zur Realisierung des Bauvorhabens. Faruk Bizpinar legte der Bauherrschaft die ersten Entwürfe zur Errichtung eines Hubschrauberlandeplatzes im Jahr 2015 vor. Die Stellung des Bauantrags bei der Stadt Frechen zur Errichtung des Hubschrauberlandeplatzes erfolgte unter der fachlichen Anleitung des Sachverständigen Gunter Carloff (Firma Heliport Design Carloff GmbH). Carloff verwies schon zu Beginn des Vorhabens darauf, dass von den ersten Entwürfen bis zur ersten Hubschrauberlandung seiner Erfahrung nach im Durchschnitt etwa sieben Jahre vergehen.

Der Platzbedarf auf der begrenzten Baufläche des Krankenhausgrundstückes unter Berücksichtigung kurzer Wegführungen stellte die größte Herausforderung dar. Die Errichtung eines Hubschrauberlandeplatzes auf Stahlsäulen in 19 Metern Höhe, unmittelbar über der Notaufnahme, zeigte sich als erforderlich, um den Ansprüchen und Anforderungen der schnellstmöglichen Versorgung von verunfallten oder auch sonst zu behandelnden Patienten gerecht zu werden. Die Wegführungen konnten durch diese Bauweise bis zu einem Höchstmaß an Effizienz optimiert werden. Schnelle und in kürzester Zeit zurückzulegende Wege für das Rettungspersonal standen im Vordergrund, um sofortige Erstbehandlungen etwa im Schockraum oder sonstigen Eingriffsräumen wie Zentral OP`s etc. möglich zu machen. Die per Hubschrauber angelieferten Patienten gelangen unmittelbar auf kürzestem Weg über einen Aufzug von der Hubschrauberlandeplatzplattform in die Notfallaufnahme.

Die Umsetzung
Zunächst musste eine Vielzahl von behördlichen Auflagen erfüllt werden. Die Genehmigungsphase stellte ein Zusammenwirken von diversen Fachbehörden in den jeweiligen Zuständigkeitsbereichen dar, die Architekt Faruk Bizpinar mit den beteiligten Behörden Schritt für Schritt abarbeitete. So waren beispielsweise die Beteiligung der Landesflugbehörde, der Bezirksregierung und verschiedene Fachbereiche der Kreisbehörde, der Stadt Frechen, bis hin zur Beteiligung von Flugplatzleitungen der angrenzenden Flugplätze erforderlich. „Bevor ein derartiges Bauwerk errichtet und gegründet werden darf, muss ebenso das Ordnungsamt der Stadt Frechen und die Kampfmittelbehörde der Bezirksregierung Düsseldorf beteiligt werden“, erläuterte Jakob hubschrauberlandeplatz1Schall. „Die Sichtung alter Kartierungen über Kampfhandlungen, die eine Kampfmittelfreiheit des Baugrundstückes bestätigen, gehörte zu den behördlichen Maßnahmen. Ist eine solche Sichtung nicht möglich, müssen, wie in unserem Fall auch, Sondierbohrungen ins Erdreich abgeteuft werden, über die eine Sondierung zur Ortung von Kampfmitteln erfolgt.“ Eine gründliche Prüfung der Grundsubstanz gehörte ebenfalls zur Vorbereitung des Bauprojektes. Die in das Erdreich abgeteuften Mikro-Betonpfähle mit darauf aufgelagerten Fundamenten, die jetzt die Stahlsäulen des Landedecks des Hubschrauberlandeplatzes tragen, brauchen sicheren Stand. Schall: „Erst als alle Auflagen erfüllt und abgearbeitet worden waren, die Genehmigungen erteilt, die Mikropfähle im Erdreich gegründet und Fundamente erstellt worden sind, konnte die eigentliche Errichtung des Bauwerkes erfolgen.“ Abschließend erfolgten die Löschübungen, um auch dem Brandschutz auf höchstem Niveau gerecht zu werden. „Dass sich der Bau gefühlt sehr lange hingezogen hat, hatte in erster Linie Termingründe“, erklärt Schall. Bei der großen Anzahl von Auflagen habe man auf den nächsten Termin mit entsprechenden Prüfungen vor Ort oft länger warten müssen, zumal dann auch noch die Pandemie und damit verbundene Lieferschwierigkeiten hinzukamen. „Jetzt freuen wir uns, dass das Projekt Hubschrauberlandeplatz erfolgreich abgeschlossen ist und wir als Frechener Krankenhaus einen weiteren Beitrag zur bestmöglichen Versorgung der Menschen im Umland leisten können“, sagte Schall bei der Einsegnung. „Abschließend danken wir allen Behörden und sonstigen Beteiligten, die an dem Bau des Hubschrauberlandeplatzes und dessen Errichtung beteiligt waren.“

Bilder: Landeplatz bei Nacht: Architekturbüro Mohr
Bilder: Einsegnung von links: Mitglieder des Aufsichtsrates Heinzbert Faßbender und Clemens Kastenholz, Geschäftsführer Jakob J. Schall, Pfarrer Christof Dürig, Pflegedirektorin Touria Ratbi, Dr. Markus Lepper, Pfarrer Dr. Johannes Wolter.

Daten
Bauherr: St. Katharinenhospital GmbH, Kapellenstraße 1-5, 50226 Frechen, vertreten durch Geschäftsführer Jakob Schall
Baumaßnahme: Errichtung eines Hubschrauberlandeplatzes
Architekt: Architekturbüro Mohr, Koppensteinstraße 9, 50935 Köln, Inhaber, Dipl.-Ing. & Architekt Faruk Bizpinar
Erste Entwürfe: 2014
Bauleitung: Guido Mohr und Markus Reinartz
Ausführende Firma: Fa. SSM GmbH, Westoverdingen
Statik: Ingenieurbüro Komp und Ingenieurbüro Bessels
Brandschutz: Ingenieurbüro Kempen und Krause
Baugenehmigung: 2019
Baubeginn: März 2019
Freigabe: Juli 2022
Kosten: Rund 3 Millionen Euro

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